Der Axolotl

Der Axolotl (Ambystoma mexicanum) ist ein nachtaktiver mexikanischer Schwanzlurch aus der Familie der Querzahnmolche (Ambystomatidae), der gewöhnlich nur in neotener, larvenähnlicher Form auftritt. Sein Name stammt aus der aztekischen Sprache Nahuatl, nämlich von Atl (Wasser) und Xolotl (Aztekengott). Dies bedeutet in etwa Wasserspiel oder Wassermonster oder Wasserpuppe. Alexander von Humboldt (1769-1859) brachte am 3. August 1804 als Erster Axolotl (zwei Weibchen) nach Europa. Sie dienten als exotische Kuriosität im Pariser Naturkundemuseum. Weitere fünf Männchen und ein Weibchen gelangten 1864 dorthin.

Die erwachsenen, meist 24 bis 28 Zentimeter (seltener bis 30 cm, seltenst über 40 cm) langen Axolotl, die tatsächlich zeitlebens wachsen, wie es alle Larven tun (allerdings mit zunehmendem Alter erheblich verlangsamt), verfügen über einen kräftigen, seitlich abgeflachten Ruderschwanz mit Flossensäumen. An dem breiten Kopf findet man beidseitig jeweils drei Kiemenäste. Er hat ein großes Maul, eine abgerundete Schnauze und lidlose, weit auseinander stehende Augen. Die Gliedmaßen sind verhältnismäßig kurz. Die gewöhnliche Wildfärbung ist grau oder braun. In der Aquaristik wurden inzwischen viele Farbschläge, unter anderem leukistische und albinotische Tiere gezüchtet. In freier Wildbahn existieren keine albinotischen Axolotl; diese Farbmutante wurden erst in den 1960er-Jahren durch Prof. Humphrey künstlich durch eine Kreuzung mit einem albinotischen Tigersalamander eingebracht. In Gefangenschaft erreichen Axolotl ein Alter von etwa 12 bis 20 Jahren, auch Einzelfälle höheren Alters bis hin zu 28 Jahren sind bekannt.

Eine Besonderheit, die der Axolotl etwa mit dem Grottenolm und anderen Amphibien gemeinsam hat, ist, dass sie nie richtig erwachsen werden, sondern ihr gesamtes Leben im Larvenstadium unter Wasser verbringen. Sie wachsen wie jeder andere Lurch als Larve heran, metamorphosieren jedoch nie. Der Grund ist ein angeborener Schilddrüsendefekt: Das Hormon, welches die Metamorphose veranlassen würde, kann nicht ausgeschüttet werden. Bei der Gabe bestimmter Stoffe, etwa dem Schilddrüsenhormon Thyroxin, kann der Axolotl selten auch die Metamorphose durchlaufen wie viele andere Lurche. In der Regel verenden die Tiere jedoch durch Verhungern. Nach einer Metamorphose sind sie erst nach vier bis fünf Jahren fortpflanzungsfähig.

Der Axolotl verfügt über eine erstaunliche Fähigkeit: Er kann Gliedmaßen, Organe und sogar Teile des Gehirns und Herzens vollständig regenerieren. Die Regenerate sind in der Regel keine Verkrüppelungen, sondern vollständig und funktionstüchtig. Mit zunehmendem Alter lässt diese Fähigkeit aber erheblich nach. Dies macht ihn für viele Forscher zu einem interessanten Forschungsobjekt[2]: Erforscht werden die Mechanismen, die eine solche Regeneration ermöglichen. Entgegen der bisherigen Annahme, dass nach einer Verletzung zunächst sich die umliegenden Zellen in sogenannte Alleskönner-Zellen (pluripotente Stammzellen) zurückentwickeln und im nächsten Schritt aus diesen alle neuen Zellen entstehen, haben neuere Forschungen ergeben, dass sich neue Gliedmaßen oder Organe aus Zellen entwickeln, die sich nur jeweils zu bestimmten Gewebetypen weiterentwickeln können.

Must read: Axolotl Roadkill von Helene Hegemann

Lost and found.

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bildnis

die farben sind anders. von rosa und pink keine spur.
überraschend. kein malen nach zahlen.
pinsel holt aus. klekse, kleine davon hier und da. tupfer.
wie von selbst. linien, die verbinden. stop, pinsel, stop.

farbe kippt, schwemmt sanft und wellig über papier.
der moment deckt weiße unsicherheit ab und gibt ihr ein neues gefühl.
rot und körperwarm. heiß, bleib hier!
hüll mich ein. in dir. nicht woanders sein. unendlicher moment. bleib.

unendlich malt weiter. wird bedrohlich. im schatten lauert tristesse.
weg, geh weg! schwarz überläuft das bild.
unverwischbar. wachsend, alle farbe verschluckend.
angst saugt auf. schwamm. es geht nicht weg. hör auf! wischen. hör auf!

schritte laufen zurück. distanz sieht mehr. schwarz wird weniger.
herzklopfen macht blind. nur fühlen hilft sehen.
wille erlöst verstand. schrei! sprache entmachtet.
kamel lauf. löwe brüll. kind mal unser bild.

Got it?

Just fuck it.

Fuck the will to want something.
Fuck the need to expect something.
Fuck the must to own something.

Fuck the desire to be something.
Fuck the expectations people are having in you.
Fuck the fucking you.

Kristian Hornsleth – fucking nice art.

 

Das große Mädchen und die kleine Welt.

Es war einmal ein großes hübsches Mädchen. Sie lebte in einem kleinen Dorf, mit kleinen Häusern und kleinen Menschen.
Alles war so winzig, dass sich das Mädchen überall den Kopf stieß, oder den Ellenbogen, oder das Knie.
Als es mal wieder ganz schlimm war mit den vielen blauen Flecken, seufzte das große Mädchen ganz laut und beschloss ihre Familie zu verlassen und sich ein zu Hause zu suchen, in dem mehr Platz war.

Sie setzte sich in den Zug und fuhr ganz lange bis sie in einer Stadt ankam. Das große Mädchen stieg aus dem Zug aus und musste vor lauter Staunen den Mund ganz weit aufreißen. Die Menschen um sie herum, waren viel größer und es gab auch viel mehr von ihnen als in dem kleinen Dorf aus dem sie kam. Und weil die Menschen größer waren, waren auch die Häuser größer.
„Toll“ dachte das Mädchen „hier bleib ich“.
Die Jahre vergingen, und das Mädchen wurde größer und größer bis es eines Tages wieder mit voller Wucht mit dem Kopf an den Türrahmen ihres Hauses stieß. Die Menschen um sie herum waren auf einmal wieder alle kleiner als das große Mädchen.
Traurig packte das Mädchen wieder ihre Koffer, ließ ihr Hab und Gut und ihre Freunde zurück.

Dieses Mal setzte sie sich in ein Flugzeug, damit sie noch viel weiter weg konnte. In der Hoffnung, dieses mal einen Ort zu finden, wo alles groß genug war.
Das große Mädchen stieg in das Flugzeug ein und es war dunkel. Es flog so lange um die Welt, bis es in der nächsten Nacht auf der anderen Seite ankam.
Als sie aus dem Flugzeug stieg riss sie die Augen weit auf. Ein einziger Blick konnte die große Stadt gar nicht einfangen. Alles war riesig. Die Häuser ragten bis in den Himmel. Die Menschen waren so riesig, dass das Mädchen den Kopf in den Nacken legen musste um sie anschauen zu können.
„Hier bleibe ich“, sagte das große Mädchen und war froh.

Eines morgens, in der riesigen Stadt, schlug das Mädchen die Augen auf. Von einem lauten Rumms wurde sie wach. Sie schaute sich um und sah, dass ihre Beine weit über das riesige Bett ragten. Das Mädchen schrie auf vor Schreck, denn auch die Arme lagen links und rechts auf dem Boden, weil das Bett auf einmal viel zu klein geworden ist. Das Mädchen stand auf und ihr Kopf stieß durch das Dach und sie konnte aus dem Haus schauen.
Da fing sie an zu weinen. Nicht weil sie schon wieder gewachsen war, sondern weil auch dieses mal die riesige Stadt zu klein für sie geworden war.

Traurig ging das Mädchen durch die Straßen der riesigen kleinen Stadt.
Plötzlich spürte sie einen heftigen Schmerz an ihrem Fuss. Sie schaute herunter und sah einen Zwerg mit einem langen grünen Zopf. Er hatte einen goldenen Stab in der Hand und schlug ihr damit auf den Fuß.
„Aua“ schrie das Mädchen. „Warum machst du das?“
„Du bist auf meinen Frosch getreten!! Jetzt schau dir das an! Der Forsch ist platt wie eine Flunda!“
„Das tut mir leid“, sagte das Mädchen. „Ich habe ihn gar nicht gesehen.“

Sie bückte sich und sah den Frosch auf dem Boden liegen. Er streckte alle Viere von sich. Der Zwerg tobte vor Wut.
„Du blöde Gans! Das war mein Lieblingsfrosch. Der konnte Schmetterlinge pupsen!“
Das Mädchen lachte. Sowas hatte sie ja noch nie gehört! Schmetterlinge pupsen!
Das große Mädchen kugelte sich auf dem Boden vor Lachen. Als sie wieder aufhören konnte zu lachen, setzte sie sich und schaute sich um.
Sie traute ihren Augen nicht.

Die Straße war mit bunten Steinen gepflastert aus denen hunderte Wegweiser wuchsen, die in alle Himmelsrichtungen zeigten.
Sie sah Zwerge mit grünen Zöpfen auf dicken fetten Fröschen reiten, die dauernd laut rülpsen mussten, so dass die Zwerge hoch in die Luft geschleudert wurden.
Auf dem Bürgersteig liefen zottelige kleine Männchen mit weißen langen Haaren am ganzen Körper. Die Lieder, die sie sangen ließen den Kopf des großen Mädchens lustig hoch und runter wippen.

Die Welt die das große Mädchen sah, kam ihr vor wie ein Traum. Alles war neu, aufregend und gar nicht zu beschreiben.

Sie kroch los, auf den Knien mit wippendem Kopf und großen Augen.