Fuck you very much

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Lost in heaven – found in Shanghai

Letztes Wochenende habe ich eine Trip nach Shanghai gewagt.

„The most sophisticated city in China“ sagen manche.

Ich sage, Shanghai ist eine Reise in die Zukunft und gleichzeitig hat die Stadt den Charme von einem chinesisches Paris.

Am Bund kann man schöne Touriphotos schießen und sich von chinesischen Touristen schief anschauen lassen.

Und morgens kann man in wunderschönen kleinen Cafes mit gaaaanz viel Grün frühstücken.

Man kann aber auch einfach nur durch die Straßen und Gassen flanieren und sich von den Eindrücken beeindruchen lassen 🙂

Shanghai ist meiner Meinung nach bestens geeignet für einen relaxten Wochenendtrip und für mehr 😉

Ein Stück Berlin in Peking oder wo Fische Schweine vögeln

Dass Peking vergleichbar mit Berlin ist, habe ich noch
nicht erwähnt oder?
Wenn man Peking allerdings mit einer deutschen Stadt vergleichen möchte, ist Berlin die Naheliegenste.

Peking hat sehr weitläufige Straßen, wenig Hochhäuser und ist vorallem voll mit außergewöhnlichen, offenen Menschen und alternativen Stadtteilen und darin zu findenden Bars.

So hat Peking auch ein sehr beeindruckendes Kunstgelände. Das 798. Dieses Bild trifft wohl den Charakter der Art Zone am besten.

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Das uralte Fabrikgelände, das in den 50er Jahren von einem Berliner Architekturbüro im Bauhausstil in Zusammenarbeit mit China erbaut wurde, diente lange Zeit als Produktionsstätte u.a. auch als Waffenfabrik.
Als Ende der 80er, die von der Regierung verpönte Avant-Garde Kunst einen neuen Austellungsort suchte und Anfang der 90er die Central Academy of Fine Arts dort Kunstworkshops anbieten wollte, wurde das Industriegelände zur Kreativquelle Peking´s.

Mittlerweile findet man im 798 Ausstellungen von über 30 modernen Künstlern und viele individuelle Cafes zum kreativen pausieren.
Es wird von den Besuchern keinen Eintritt verlangt und von den Künstlern keine Miete. Da das 798 einen Charme von industrie-chick ausstrahlt und schlichtweg inspierend ist, finden hier auch große Fashionshows (z.B. von Dior), Events (z.B. Nike) oder tolle Partys statt.

Hier ein paar Eindrücke.

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Leider durfte man in den Gallerien meistens keine Fotos machen. Aber dafür ist das Gelände des 798 umso inspirierender.

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Der Sommerpalast oder „Der Palast, der Geschichten erzählt“

Gestern beschloss ich frohen Mutes den schönen Tag zu nutzen und mal einen Teil des Beijinger Touriprogrammes anzugehen. Passend zum Sonnenschein wählte ich den Sommerpalast zur Besichtigung aus.

Mit einer Kamera bewaffnet winkte ich mir ein Taxi herbei und sagte: „Ni Hao! Yihe Yuan!“ und auf gings.

Nach 45 Minuten Fahrt (man könnte auch Höllentrip für 5,80 € sagen) war ich endlich da. Nach weiteren 2 € Eintritt betrat ich den Sommerpalast gegen den der Himbeerpalast echt mal einpacken kann 🙂
Das Lustschloss der Herrscher der Jin-Dynastie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und 1860 von den Franzosen und Engländern in Schutt und Asche gelegt.
1888 wurden dann Gelder, die eigentlich für eine moderne Kriegsflotte gedacht waren, dafür genutzt, der kaiserlichen Witwe Cixi eine Residenz für den Sommer zu bauen. Und so entstand der heute sanierterte wunderschöne Sommerpalast.
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Der Palast an sich besteht aus mehreren Teilen, die alle äusserst reizende Namen haben:
Der 60 m hohe Berg und gleichzeitig Mittelpunkt der Anlage trägt den Namen „Berg der Langlebigkeit“
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Hinter seinen Hügeln sieht man den Kunming-See auf dem früher die kaiserliche Kriegsflotte für den Krieg übte.

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Und hier sind die eigens für die Kaisersflotte gebauten Garagen. Da reichten auch schon drei, denn das Geld floss ja in den Palast und nicht in den Ausbau der Kriegsflotte 🙂

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Vom „Garten zur Pflege des Altersfrieden“ über den „Garten der Tugend und Harmonie“ , der „Halle der Jadewogen“, das „Meer der Weisheit“ und der Suzhou-Straße

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gefiel mir der lange Wandelgang (der Zugang zur Halle der ziehenden Wolken) am besten. Dort entdeckte ich das größte architektonische Bilderbuch der Welt. Es sollen mehr als 8000 Szenen sein, die hier detailgetreu gemalt wurden. Damit der kaiserlichen Witwe auch nie langweilig wurde, wenn sie mal keine Lust auf das palasteigene Theater oder die Oper hatte.

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Auch so ein Irrtum?! Igel sind in Wirklichkeit Vegetarier!!!

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An einem Tempelfenster machte ich folgende Entdeckung

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Bevor Hitler das Hakenkreuz entfremdete, bedeutete es an dieser Stelle noch „Quelle des Lebens und der Fruchtbarkeit“.
Und an dieser wohl auch.

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Und zum Schluss noch ein mumifizierter 300 Jahre alter Baum.

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Himbeermoral der Geschicht: Willst du in einem Palästchen wohnen, musst du des Kaisers Neffen thronen.*

* Cixi, die eigentlich als Konkubine auf dem kaiserlichen Hof arbeitete, ließ es sich nicht nehmen, den Kaiser zu verführen und einen Sohn von ihm zu gebären. Der starb jedoch und Cixi machte kurzerhand ihren Neffen zum Thronfolger. Sie zog sich aus dem politischen Tagesgeschäft zurück und residierte fortan im Sommerpalast.