Die Jagd

Rot glänzen die Lippen im Gloss,
Nägel sind Lack wie Feuer,
das Outfit schwarz und teuer.
So schleicht sie raus auf samt’gen Pfoten,
der Vater hätte es ihr verboten.

Laut bemalt, doch still der Schrei
prischt sie herbei nicht unsichtbar.
Der Wodka rauscht, lämt den Kopf,
der Blick getrübt,  doch scharf
sieht sie was sie nicht sehen darf.

Dort steht er, behaart und breit
sein Gesicht, das klagt sein Leid.
Das Tier, das für immer nächtelang
schon ging auf Beutefang, und so versteht
was sie verzweifelt lebt.

So pirschen beid‘ um sich herum,
und wissen schon beim ersten Ton,
das keiner steigt von seinem Thron.
Das hindert jedoch nicht den töricht‘ Fall
der Beut‘ bei Nacht im Wodkahall.

Im Morgengrau auf haarig Fell
erlegt ihr Kopf der fromm hier ruht,
ein Augenschlag der Frieden sucht.
Weg, schnell weg! Solang sie kann
Bevor die Beute wird zum Mann.

von HimbeerReis

Advertisements