Es interessiert mich nicht

es interessiert mich nicht
zu erfahren wo du lebst
und wieviel Geld du hast
ich will nur wissen
was dich von innen hält
wenn sonst alles wegfällt

es interessiert mich nicht
was oder mit wem
du wo gelernt hast
ich will nur wissen
wonach du innerlich schreist
ob du zu träumen wagst

es interessiert mich nicht
zu erfahren wer du bist
und wo du herkommst
ich will nur wissen
ob du enttäuschen kannst
um dir selber treu zu sein

es interessiert mich nicht
wie alt du bist
wie du dein Geld verdienst
ich will nur wissen
ob du bereit bist
wie ein Narr auszusehn
um deiner Liebe willen
um deiner Träume willen

es interessiert mich nicht
welche Planeten
im Quadrat zu deinem Mond steht
ich will nur wissen
ob du den tiefsten Punkt
deines eigenen Leids berührst

es interessiert mich nicht
ob die Farbe deiner Augen
wirklich rein ist
ich will nur wissen
ob du Schönheit sehen kannst
auch wenn es nicht jeden Tag schön ist

es interessiert mich nicht
ob die Geschichte
die du mir erzählst wahr ist
ich will nur wissen
ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehst und nicht zurückschreckst

ich will nur wissen
ob du mit dem Schmerz
meinem oder deinem
einfach dasein kannst
ohne zu versuchen
zu verbergen
ihn zu beseitigen

ich will nur wissen
ob du mit der Freude
meiner oder deiner dasein kannst
dich von Extase füllen läßt
vom Kopf bis zu den Zehen

ich will nur wissen
ob du Vertrauen kannst
wenn man dir vertraut
um deiner Liebe willen
um deiner Träume willen

ich will nur wissen
ob du mit dem Scheitern
meinem oder deinem Leben kannst
daß du den Vorwurf des Verrats erträgst
und deine eigene Seele nicht verrätst

es interessiert mich nicht
ob die Geschichte
die du mir erzählst wahr ist
ich will nur wissen
ob du mit mir in der Mitte des Feuers stehst und nicht zurückschreckst

ich will nur wissen
ob du allein sein kannst
und in den leeren Momenten
gern mit dir zusammen bist

thanks to Laith Al-Deen

Released.

bewegungslos liegst du in deinen gedanken. reglos. gelähmt.
im karusell, mit der immer gleichen musik in deinem kopf.
melodien aus tausend jahren.
du hast gezogen. gezerrt. dich verzweifelt gebogen. im kopfstand geweint.
um schließlich loszulassen. auferstanden.
entbunden. von den fesseln deines willens.

thanks to: http://laurazalenga.tumblr.com/

Das Gefühl.

Du triffst jemanden und denkst: meine Güte, dieser Mensch ist wunderschön.
Seine Augen, sein Mund, der nur dazu da ist von dir ganz alleine geküsst zu werden. Eine Unterhaltung scheint nicht von Nöten, nur küssen und berühren. Einen Wimpernschlag später liegt dieser schöne Mensch neben dir im Bett und schläft. Du guckst ihn an und da ist es das Gefühl.
Das Gefühl, das leise flüstert: neeeiin….

Aber dennoch, du bist in der kalten großen Stadt alleine und klammerst dich an den schönen Traum.
Du träumst dir einen Menschen herbei, dem diese Hülle gut stehen würde. Und jedesmal, wenn dein Herz ruft hörst du weg.
Dieses bitter süße Gefühl zu wissen, es ist eigentlich nicht das was du willst. Aber du willst es jetzt trotzdem, denn es macht frei irgendwie, weil du es nicht bekommst. Es ist das Gefühl, das dir nicht steht.

verlassen. vermissen. vergessen.

Eines Tages, du suchst nicht, kommt ein anderer Mensch. Nicht dein Beuteschema. Du denkst nicht mal daran, beim ersten Blick.
Doch irgendwas passiert, öffnet sich und du siehst ihn. Er sieht dich. Worte tänzeln. Lachen und dieses warme Gefühl.
Es ist anders als sonst. Es ist das Gefühl, das dir passt.
Doch du hast Angst. Es geht dir an den Kragen. Und du rennst.

verlassen. vermissen.

Die Jagd

Rot glänzen die Lippen im Gloss,
Nägel sind Lack wie Feuer,
das Outfit schwarz und teuer.
So schleicht sie raus auf samt’gen Pfoten,
der Vater hätte es ihr verboten.

Laut bemalt, doch still der Schrei
prischt sie herbei nicht unsichtbar.
Der Wodka rauscht, lämt den Kopf,
der Blick getrübt,  doch scharf
sieht sie was sie nicht sehen darf.

Dort steht er, behaart und breit
sein Gesicht, das klagt sein Leid.
Das Tier, das für immer nächtelang
schon ging auf Beutefang, und so versteht
was sie verzweifelt lebt.

So pirschen beid‘ um sich herum,
und wissen schon beim ersten Ton,
das keiner steigt von seinem Thron.
Das hindert jedoch nicht den töricht‘ Fall
der Beut‘ bei Nacht im Wodkahall.

Im Morgengrau auf haarig Fell
erlegt ihr Kopf der fromm hier ruht,
ein Augenschlag der Frieden sucht.
Weg, schnell weg! Solang sie kann
Bevor die Beute wird zum Mann.

von HimbeerReis

Gescheiterte Skypebeziehung

Kalt tropft der Tropfen auf klitschrig Laub,
Fiel schon hin und mein Po ist ganz taub.
Auch das Herzchen ist schwer wie Blei,
Da hilft selbst kein Frühstücksei.

Es fehlen die warmen Worte,
Die mich einst wärmten am Orte,
Wo sonst nur die Weile herrscht, die Lange.
Mir wird ganz schwer und bange.

So tropft nicht nur der Regen,
Nein auch die Tränen.
Denn der Segen der mich einst wärmte,
Ist fort mit deinem lustgen Wort.

I’m an Alien in myself

Freitag abend 22:30 Uhr

Ich glaube, ich wurde von Aliens entführt.
Vielleicht sollte man den Schokocroissant-Test mit mir machen. Denn wenn du mir jemals ein Schokocroissant anbietest und ich lehne es ab, schieß mir in den Kopf, denn dann trägt mich tatsächlich ein Alien als Kostüm.

Was ist nur los mit mir? Ich baue ein Nest. Richte mir ein Wohnzimmer ein. Mit Kerzen und einem Fernseher!!! Ich habe das Bedürfnis scharfe Messer zu besitzen mit denen ich Fleisch schneiden kann. Ich möchte samstags morgens aufstehen und Brötchen kaufen und ein Frühstücksei essen statt um 9 Uhr nach Hause zu kommen, das erste mal um 14 Uhr aufzustehen, immer noch besoffen mit dem Kopf gegen die ungeöffnete Tür zu knallen und in den Mülleimer im Schlafzimmer zu kotzen, weil ich es nicht mehr auf die Toilette schaffe.

Die ständigen Anstrengungen in der Berliner Unterwelt den Smalltalk der bleichgesichtigen, großpupilligen Ohrsauger zu ertragen, um dann einen davon in meine Gruft zu schleppen und für einige Minuten vorzutäuschen er wäre mein Graf Darcula…find ich bei näherer Betrachtung nicht wirklich erstrebenswert.

Das ständige Suchen mit unbestimmtem Ziel, das Erwachen mit dem manifestieren Wissen „das ist es nicht“, das verzweifelte Wiederholen dämlicher Mißtaten bis zur emotionalen Verdummung geht mir gehörig auf den Keks.

OH, gerade rief eine Freundin an und meinte sie holt mich ab. Party mit Gästeliste und Freigetränken.
Ich muss weg!

normal wäre mal erfrischend anders.

es ist herbst und ich setze öfter die brille ab.

da bin ich. schwebend in meiner eigenen kleinen seifenblase über, mitten und in berlin.

ich bekomme nicht wirklich den boden unter meinen füßen zu spüren. manchmal versuche ich anker zu werfen. ich hole weit aus, schleudere das ding durch die luft, es kracht mit voller wucht in den boden aber bleibt einfach nicht haften.

was erwarte ich eigentlich von meinem leben? ich kann es nicht sagen. hätte man mir diese frage noch vor einem jahr gestellt hätte ich gesagt: ich möchte stabilität. ich möchte meine freunde und meine familie in der nähe. ich möchte wieder meine sprache sprechen, und meinen job normal ausüben können.

all das habe ich jetzt. und doch bin ich immernoch auf der suche.
alle sagen immer, dass das glück nur in einem selbst zu finden sei. was ist damit gemeint?
setzt die suche nach glück nicht erstmal voraus, zu wissen was glück für einen bedeutet? ist das vielleicht damit gemeint?

oft habe ich gedacht, dass für mich glücklichsein bedeutet, schöne momente mit einer person zu haben, die ich liebe und mit der ich mich gerne umgebe. das ist zumindest schonmal die richtige richtung. für mich ist „happiness only true when shared“. leider.

ich finde menschen sind komisch.
jeden tag mit den gleichen zusammen. jeden tag sitze ich auf engstem raum mit vier personen. acht bis zehn stunden. das macht bis zu fünfzig stunden in der woche und über 100 stunden im monat. wir verstehen uns gut aber eigentlich kenne ich diese leute gar nicht.
wenn ich reise, treffe ich manchmal wild fremde menschen, unterhalte mich einen abend lang über ihr leben und weiß mehr als über die frau die mir nun seid 8 monaten 8 stunden täglich gegenüber sitzt.
anders geschlechtliche treffen laufen ähnlich obskur ab. hier kann innerhalb weniger stunden eine vertrautheit simuliert werden, die weit über freundschaftliche verhältnisse hinaus geht. denn mit freunden schläft man nicht.
kaum einen halben tag später entsteht eine fremde, die herz und seele erkalten lässt.

worauf kann sich der mensch im bezug auf andere menschen noch verlassen? was ist noch normal in einer großen stadt? wo sind die normen, die regeln?
wie soll ein anker halten, wenn alles in unvorhersehbare richtungen verschwimmt?
und wie soll jemand noch wissen, was ihn eigentlich wirklich glücklich macht, wenn er sich schon lange von dem alten, von der gesellschaft vorgelebten glücksprinzip verabschiedet hat? da das alte nicht mehr zählt. den alt ist normal.

und normal ist heute anders.