I’m an Alien in myself

Freitag abend 22:30 Uhr

Ich glaube, ich wurde von Aliens entführt.
Vielleicht sollte man den Schokocroissant-Test mit mir machen. Denn wenn du mir jemals ein Schokocroissant anbietest und ich lehne es ab, schieß mir in den Kopf, denn dann trägt mich tatsächlich ein Alien als Kostüm.

Was ist nur los mit mir? Ich baue ein Nest. Richte mir ein Wohnzimmer ein. Mit Kerzen und einem Fernseher!!! Ich habe das Bedürfnis scharfe Messer zu besitzen mit denen ich Fleisch schneiden kann. Ich möchte samstags morgens aufstehen und Brötchen kaufen und ein Frühstücksei essen statt um 9 Uhr nach Hause zu kommen, das erste mal um 14 Uhr aufzustehen, immer noch besoffen mit dem Kopf gegen die ungeöffnete Tür zu knallen und in den Mülleimer im Schlafzimmer zu kotzen, weil ich es nicht mehr auf die Toilette schaffe.

Die ständigen Anstrengungen in der Berliner Unterwelt den Smalltalk der bleichgesichtigen, großpupilligen Ohrsauger zu ertragen, um dann einen davon in meine Gruft zu schleppen und für einige Minuten vorzutäuschen er wäre mein Graf Darcula…find ich bei näherer Betrachtung nicht wirklich erstrebenswert.

Das ständige Suchen mit unbestimmtem Ziel, das Erwachen mit dem manifestieren Wissen „das ist es nicht“, das verzweifelte Wiederholen dämlicher Mißtaten bis zur emotionalen Verdummung geht mir gehörig auf den Keks.

OH, gerade rief eine Freundin an und meinte sie holt mich ab. Party mit Gästeliste und Freigetränken.
Ich muss weg!

Tweet, tweet, tweeeet.

Ich lach mich seit 2h halbtot über die Tweets von meinem Favorite Twitterer Frank93! Hier ein paar für euch:

1.) der letzte macht’s mit sich aus.

2.) ernüchterung macht mich breit.

3.) ein satz: heiße ohren. ein sehr kurzer zwar, aber ein satz.

4.) zu den zugezogenen in dieser stadt gehören meine vorhänge.

5.) das phantom, der opa.

6.) altersheim „zum abstellgreis“.

7.) ein königreich für ein königreich.

8.) nicht lang fackeln im sturm

9.) mir läuft trotz aus der nase.

10.) das light der welt lastet auf meinen schultern.

11.) laugh will tear me apart.

12.) ich war nie ein kind von trauringkeit.

13) das date, das mich gestern versetzt hat, hat wahrscheinlich auch den „entspannt 50 minuten nicht kommen“-spam bekommen.

🙂

The Hint- oder die Top No-Goes in Phase 1 des Kennenlernens

Teil 1: Top 20 „don`t says“ beim 1. Date:

1.)  „Sollen wir nicht lieber gleich zu mir gehen? Da ist es gemütlicher.“

2.)  „Hier! Ich hoffe du magst rote Rosen.“

3.)  „Ich weiss gar nicht wo wir hingehen sollen. Sag du was.“

4.) „mmmhh.. du riechst wie meine Mutter.“

5.)  „Nimmst du eigentlich Drogen?“

6.) „Erzähl doch mal was“

7.) „Meinst du nicht, du solltest mal aufhören zu rauchen?“

8.) „Liest du viele Bücher?..wollte nur mal dein Bildungniveau checken“

9.) „Also feiern geh ich gar nicht mehr. Ich bin auf der Suche nach was Solidem.“

10.) „Ich glaube du läufst vor irgendwas weg.“

11.) „Magst du eigentlich Kinder?“

12.) „Was hat dich denn am meisten an deinem Ex gestört?“

13.) „Meinst du nicht, du hast schon genug getrunken?“

14.) „Du sag mal.. kann ich dich mal was fragen? Letztens hatte ich nen one-night-stand und …. findest du nicht auch die Tussi hat da überreagiert?“

15.) „Hab ich überhaupt ne Chance bei einer so tollen Frau wie dir?

16.) „Ich hab dich mal gegoogelt..“

17.) „Getrennte Rechnungen oder kommst du noch mit zu mir?“

18.)  Beim Abschied: „Bist du bei Facebook?“

19.) Falls du doch bei ihm zu Hause landest: „Nein, das ist keine Nasendusche. Das ist ein Klistier.“

20.) „Wann rufst du mich an?“

normal wäre mal erfrischend anders.

es ist herbst und ich setze öfter die brille ab.

da bin ich. schwebend in meiner eigenen kleinen seifenblase über, mitten und in berlin.

ich bekomme nicht wirklich den boden unter meinen füßen zu spüren. manchmal versuche ich anker zu werfen. ich hole weit aus, schleudere das ding durch die luft, es kracht mit voller wucht in den boden aber bleibt einfach nicht haften.

was erwarte ich eigentlich von meinem leben? ich kann es nicht sagen. hätte man mir diese frage noch vor einem jahr gestellt hätte ich gesagt: ich möchte stabilität. ich möchte meine freunde und meine familie in der nähe. ich möchte wieder meine sprache sprechen, und meinen job normal ausüben können.

all das habe ich jetzt. und doch bin ich immernoch auf der suche.
alle sagen immer, dass das glück nur in einem selbst zu finden sei. was ist damit gemeint?
setzt die suche nach glück nicht erstmal voraus, zu wissen was glück für einen bedeutet? ist das vielleicht damit gemeint?

oft habe ich gedacht, dass für mich glücklichsein bedeutet, schöne momente mit einer person zu haben, die ich liebe und mit der ich mich gerne umgebe. das ist zumindest schonmal die richtige richtung. für mich ist „happiness only true when shared“. leider.

ich finde menschen sind komisch.
jeden tag mit den gleichen zusammen. jeden tag sitze ich auf engstem raum mit vier personen. acht bis zehn stunden. das macht bis zu fünfzig stunden in der woche und über 100 stunden im monat. wir verstehen uns gut aber eigentlich kenne ich diese leute gar nicht.
wenn ich reise, treffe ich manchmal wild fremde menschen, unterhalte mich einen abend lang über ihr leben und weiß mehr als über die frau die mir nun seid 8 monaten 8 stunden täglich gegenüber sitzt.
anders geschlechtliche treffen laufen ähnlich obskur ab. hier kann innerhalb weniger stunden eine vertrautheit simuliert werden, die weit über freundschaftliche verhältnisse hinaus geht. denn mit freunden schläft man nicht.
kaum einen halben tag später entsteht eine fremde, die herz und seele erkalten lässt.

worauf kann sich der mensch im bezug auf andere menschen noch verlassen? was ist noch normal in einer großen stadt? wo sind die normen, die regeln?
wie soll ein anker halten, wenn alles in unvorhersehbare richtungen verschwimmt?
und wie soll jemand noch wissen, was ihn eigentlich wirklich glücklich macht, wenn er sich schon lange von dem alten, von der gesellschaft vorgelebten glücksprinzip verabschiedet hat? da das alte nicht mehr zählt. den alt ist normal.

und normal ist heute anders.