Der Sommerpalast oder „Der Palast, der Geschichten erzählt“

Gestern beschloss ich frohen Mutes den schönen Tag zu nutzen und mal einen Teil des Beijinger Touriprogrammes anzugehen. Passend zum Sonnenschein wählte ich den Sommerpalast zur Besichtigung aus.

Mit einer Kamera bewaffnet winkte ich mir ein Taxi herbei und sagte: „Ni Hao! Yihe Yuan!“ und auf gings.

Nach 45 Minuten Fahrt (man könnte auch Höllentrip für 5,80 € sagen) war ich endlich da. Nach weiteren 2 € Eintritt betrat ich den Sommerpalast gegen den der Himbeerpalast echt mal einpacken kann 🙂
Das Lustschloss der Herrscher der Jin-Dynastie wurde im 12. Jahrhundert erbaut und 1860 von den Franzosen und Engländern in Schutt und Asche gelegt.
1888 wurden dann Gelder, die eigentlich für eine moderne Kriegsflotte gedacht waren, dafür genutzt, der kaiserlichen Witwe Cixi eine Residenz für den Sommer zu bauen. Und so entstand der heute sanierterte wunderschöne Sommerpalast.
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Der Palast an sich besteht aus mehreren Teilen, die alle äusserst reizende Namen haben:
Der 60 m hohe Berg und gleichzeitig Mittelpunkt der Anlage trägt den Namen „Berg der Langlebigkeit“
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Hinter seinen Hügeln sieht man den Kunming-See auf dem früher die kaiserliche Kriegsflotte für den Krieg übte.

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Und hier sind die eigens für die Kaisersflotte gebauten Garagen. Da reichten auch schon drei, denn das Geld floss ja in den Palast und nicht in den Ausbau der Kriegsflotte 🙂

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Vom „Garten zur Pflege des Altersfrieden“ über den „Garten der Tugend und Harmonie“ , der „Halle der Jadewogen“, das „Meer der Weisheit“ und der Suzhou-Straße

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gefiel mir der lange Wandelgang (der Zugang zur Halle der ziehenden Wolken) am besten. Dort entdeckte ich das größte architektonische Bilderbuch der Welt. Es sollen mehr als 8000 Szenen sein, die hier detailgetreu gemalt wurden. Damit der kaiserlichen Witwe auch nie langweilig wurde, wenn sie mal keine Lust auf das palasteigene Theater oder die Oper hatte.

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Auch so ein Irrtum?! Igel sind in Wirklichkeit Vegetarier!!!

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An einem Tempelfenster machte ich folgende Entdeckung

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Bevor Hitler das Hakenkreuz entfremdete, bedeutete es an dieser Stelle noch „Quelle des Lebens und der Fruchtbarkeit“.
Und an dieser wohl auch.

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Und zum Schluss noch ein mumifizierter 300 Jahre alter Baum.

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Himbeermoral der Geschicht: Willst du in einem Palästchen wohnen, musst du des Kaisers Neffen thronen.*

* Cixi, die eigentlich als Konkubine auf dem kaiserlichen Hof arbeitete, ließ es sich nicht nehmen, den Kaiser zu verführen und einen Sohn von ihm zu gebären. Der starb jedoch und Cixi machte kurzerhand ihren Neffen zum Thronfolger. Sie zog sich aus dem politischen Tagesgeschäft zurück und residierte fortan im Sommerpalast.

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Frühlingsgefühle

Bevor ich jetzt in Bettchen gehe, sende ich euch noch virtuelle Frühlungsgefühle aus Beijing!

Ich war heute im Sommerpalast (dazu morgen mehr) und habe das erste Mal chinesischen Frühling riechen und sehen können.

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Der Himbeerbaum 🙂

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Weiße Magnolien die in Shanghai schon richtig aufgeblüht sind.

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Und zum Schluss noch mein Lieblingsmotiv. Haben die nicht die Zufriedenheit pur im Gesicht?

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In diesem Sinne, gute Nacht und bis morgen 🙂