Jeder, der schonmal längere Zeit im Ausland war kennt das. Man hat Up and Downs. Am Anfang, gerade in den ersten Wochen ist es am Schlimmsten. Man vermisst seine Freunde und muss sich erstmal an das neue Zuhause gewöhnen. Dann nach einer Zeit lernt man Leute kennen, denen es ähnlich geht, manchmal sind es sogar Einheimische, die man einfach nur mag.
Mit der Zeit lernt man die Sprache des Landes besser und besser und schon nach einem halben Jahr hat man fast das Gefühl, dass man Teil des fremden Landes geworden ist. Ab und an kommen auch wieder ein paar sentimentale Tage, aber das schöne Wetter, das leckere Essen, Strand und Meer oder einfach die Freundlichkeit der neu gewonnenen Wegbegleiter lassen alsbald wieder alle Sorgen vergessen. Oft ist der Trip ins Ausland ein Urlaub, eine Auszeit vom lahmen Deutschland und wenn man zurück kommt, kann man es kaum erwarten wieder zu reisen.
In China ist das anders.
Hier dauert eine Up- bzw. eine Downphase selten länger als 2 Tage und nicht selten weniger als 1 Stunde.
Es ist eine Achterbahn der Gefühle an der Front der Selbstfindung.
Man fühlt sich wie ein Alien, ein taubstummer Esel, der nicht nur mit seinem Inneren konfrontiert wird wie selten zuvor, sondern auch mit einer Welt, die fremder kaum sein könnte.
Man weiss nun wie es ist, angeschaut zu werden, weil 1,80 m und weiße Haut einfach anders sind.
Nachdem man das 10. Mal aus dem Taxi rausgeschmissen wird, weil man sich nicht klar verständigt hat oder der Fahrer nicht dort hinfahren möchte, wo man hin will, freut mich sich wie ein Schneekönig, wenn ein kommunikativer Austausch von 2 Wörtern zustande kommt oder der Taxifahrer einen anlächelt, weil man es geschafft hat “Hallo, links, rechts und Tschüss” zu sagen.
Ebensolche Erfolge sind Pizzabestellen am Telefon, im Supermarkt das richtige Shampoo finden, warmes Wasser zu haben, an manchen Tagen frische Luft atmen zu können, nette und nicht völlig durchgeknallte Expats kennenzulernen, einen guten Kaffee zu trinken, einen schönen Park zu finden, zur Massage zu gehen…
Und so lernt man die kleinen Dinge des Lebens zu schätzen, die oft für selbstverständlich gehalten wurden.
Grillen mit der Familie und mit Freunden am Aachener Weiher ist unersetzbar
Mein zuhause ist dort wo die Menschen sind, die mich auch als taubstummen Esel verstehen.
…und zum Leben.
Das nächste Mal machen Sie gefälligst ein bisschen Lärm, wenn Sie mit dem sOjahund hier vorbeikommen.
I am an aline in frankfurt.
@ Lu Hai Rui: Wenn Sie das nächste mal ein lautes Bellen und Miauen vor Ihrer Tür hören, dann sind wir das
Schön geschrieben, meine Liebe! Beneide dich um die Erfahrung!