Gekommen um zu bleiben- erstmal.

Mai 28, 2009 - Leave a Response

Gelandet bin ich in Berlin am 29.01.2009 mit einem Koffer und 2 Adressen in der Hand.

Natürlich hatte ich keinen Plan von der Stadt, geschweigedenn eine Idee, wo genau das Büro ist, in dem ich die nächste Zeit arbeiten werde. Von der Wohnung, die ich noch nicht hatte wußte ich die Adresse, aber nicht wo sie sich befindet.

Also ab ins Taxi, Zettel raus, da will ich hin und los. Friedrichshain war die erste Adresse. 2 nette Mädels, WG ziemlich unsauber, nett aber ich hatte ja noch eine Anlaufstelle in Petto. Koffer abgestellt, ab in die Bahn zur 2. WG im Prenzlauer Berg. Erster Eindruck: Altbauwohnung mit Charme, Schriftsteller durchgeknallt und nett, Redakteurin aus New York als 2. Mitbewohnerin, nette Gegend direkt an der Kastanienallee, hatte gehört das soll wohl “cool” sein da.. passt.

Nach meiner ersten Nacht in meiner neuen Wohnung beschließe ich mal zu schauen wie weit ich`s eigentlich zur Arbeit habe. Ich blumse aus der Haustür, gehe ein Mal über die Straße und rechts und stehe vorm Büro. Super :)

Das ist nun fast 5 Monate her.

Berlin ist toll und gefährlich. Ständig trifft man interessante Leute, feiert ohne Sinn und Zeitgefühl, schläft und findet sich selbst sehr oft am Rande seiner eigens aufgestellten Moral und festgelegten Prinzipien wieder. Damit brechen, los lassen, leben, sich selbst treu bleiben, zur Ruhe kommen, reflektieren, nicht untergehen… die süße Ablenkung lauert an jeder Ecke.

Es ist gut, wenn man sich vor dieser Stadt selbst definiert und gefunden hat. Wenn man weiß was man will und nicht ständig mitgezogen wird von der oberflächlichen Versuchung die einen schnell vergessen lässt.
Es ist gut alte und sehr gute Freunde zu haben, einen Anker der dich festhält und nicht in den Schall und Rauch der Stadt aufsteigen lässt.

Berlin macht Spaß. Ich fühle mich wohl. Seit langem das erste Mal. Ein schönes Gefühl :)

Homeless zu Hause

Dezember 8, 2008 - Leave a Response

Da bin ich wieder! Gestrandet in Deutschland seit eineinhalb Wochen.

Aller Anfang ist wohl schwer. Ob im Ausland oder auch in Deutschland, wenn man gerade aus dem Ausland kommt. Es ist ein komisches Gefühl wieder “zu Hause” zu sein. Alles ist so bekannt und doch hab ich das Gefühl immernoch mit einer Geschwindigkeit zu fahren, die alles um mich herum irgendwie nur blitzartig erscheinen und wieder verschwinden lässt.
Es ist ein bisschen so wie in einem Traum, den man denkt schonmal in der Realität erlebt zu haben.

Vom rasenden gasförmigen Leben in Peking ins stille eingefahrene Deutschland, das einen aufatmen lässt und gleichzeitig irgendwie erstickt.

Seit ungefähr einem Monat führe ich das Leben einer Nomadin. Ich habe seit meinem Auszug aus der Pekinger Wohung in ca. 6 Betten/ Wohungen bei Freunden übernachtet. An dieser Stelle tausend Dank an Kuo-Hi und Roobin in Peking, ganz besonderen Dank an Henne und Julia für letzte Woche, natürlich danke ich auch meinen Eltern und diversen Männern haha (kleiner Scherz ;)

Und jetzt beginnt die Jagd.
Die Jagd auf einen tollen Job in einer tollen Stadt. Die Jagd auf eine schöne Wohnung und einem schönen Mann zum hineinstellen. Die Jagd auf Geld, Erfolg und Anerkennung… äääähh… ich meine Selbstverwirklung und dem daraus resultierenden Glück. Oder war es die Suche nach sich Selbst?

Egal.
Es bleibt spannend in der Himbeerworld ;)

Ich werde berichten! :)

Momentaufnahme

September 12, 2008 - Leave a Response

Lang lang ists her, dass ich das letzte Mal geschrieben habe. Viel ist passiert in der Zwischenzeit- üblich für China, denn hier ist eine Woche ein Hundejahr ;)

Ich will nicht viel aus der Vergangenheit erzählen. Olympia.. wen interessiert das schon ;) (war suuper!). Dafür eine Momentaufnahme von meinem heutigen Tag:

Ich sitze im Taxi, die Sonne scheint. Ich schaue herum. Der Pekinger Trubel, die hupenden Autos um mich herum, die vielen Menschen, blauer Himmel, die Hochhäuser glitzern in der Sonne. Ich sehe neben mir Fahrradfahrer, die Anhänger mit Eiern hinter sich her ziehen. Menschen die zur Arbeit gehen.

Mein Herz geht auf und ich bin froh hier zu sein.

Die Arbeit in der Agentur geht leichter von der Hand. Vieles ist schon nach 6 Monaten vertraut. Es kommt eine Mail von einem chinesischen Kollegen. Subject: “Mession Start Notice”. “

Dear All:
I will start my honeymoon (baby making mission) holiday with “N***” from now till Oct 6th, back in office on the 7th.
We will go to Taiwan during this period, my phone will be in service, if anything urgent, please phone me.
Wish me good luck.

“Baby making mission” Ich komme aus dem Lachen nicht mehr raus.

Langsam bereite ich meine Projektübergabe vor, denn morgen gehts für 3 Wochen nach Thailand.
Der Tag ist schnell vorbei und ich verabschiede mich von allen. Von ein paar Kollegen gibts ne Umarmung von anderen Chinesen der Zuruf “Viel Spass, we will miss you.”

Wieder geht mein Herz auf.

Ich fahre noch schnell zu Jenny Lou´s und freue mich über die deutschen Artikel, die es zu kaufen gibt und darüber, dass ich gleich Nudeln mit Tomatensoße essen kann. Abwechslung ist gut.

In meiner Wohung angekommen, bin ich froh “zuhause” zu sein.

Es ist Wahnsinn. Hätte man mir noch vor 2 Monaten erzählt, ich würde mich in Peking zu Hause fühlen.. ich hätte gesagt: du spinnst! Fremder als hier kann man kaum irgendwo sein!

Morgen gehts nach Thailand. JUHUUUUU. Und irgendwie glaub ich, dass ich gern wieder nach Peking zurück komme…

Fake or NOfake

Juli 3, 2008 - 2 Responses

Hat sich da die verantwortliche Agentur etwa nicht an die CI Guidelines gehalten oder sind die Chinesen wirklich so unverschämt?

Was meinen die Experten ;) ?

Mal tief Luft holen

Juni 20, 2008 - 2 Responses

Auch ein Himbeertoni hat ab und an trotz rosa-roter Brille mal kleine Tiefflüge.
Vorallem wenn man morgens aufsteht und nicht weiter als 200 m sieht. Dann fällt das Luftholen schon schwer.

Aber all das Jammern hilft ja nichts!

Also erzähl ich mal eine Geschichte aus meinem Alltag, die mich auf der einen Seite belustigt, und auf der Anderen etwas traurig gemacht hat.
Ich arbeite in einer deutschen Agentur in Peking, in der aber natürlich überwiegend Chinesen beschäftigt sind. So auch in unserem Beratungsteam, das aus Account Executives, Account Managern (so einer bin ich) und Account Directoren besteht.
Eines schönes Tages bekomme ich eine Mail von einer neuen Account Executive:

“Hello meike , its me xoxo ,and you know we are all freshman ,so i think that there exist a lot of friendly feeling between us. So i hope we can become good friends and talk about something , may be some complaint or some funny thing. By the way , this is my first job in my life , and how about you?”

Ich fand das total nett und hab ihr direkt geantwortet. Klar können wir mal was zusammen machen!
Nachdem ich meine Mail abgeschickt hatte, die natürlich auch eine Signatur beinhaltet, bekomme ich folgende Antwort:

“Dear Meike
I am so sorry because I haven’t recognized that your position is manager. I just only thought that we all are AE and the freshman in company or this industry.
You know, this is a very impolite behave in chinese culture.
so i hope i am not wasted your precious time.”

Tja, that´s China!