Die Jagd

9. November 2009 - Leave a Response

Rot glänzen die Lippen im Gloss,
Nägel sind Lack wie Feuer,
das Outfit schwarz und teuer.
So schleicht sie raus auf samt’gen Pfoten,
der Vater hätte es ihr verboten.

Laut bemalt, doch still der Schrei
prischt sie herbei nicht unsichtbar.
Der Wodka rauscht, lämt den Kopf,
der Blick getrübt,  doch scharf
sieht sie was sie nicht sehen darf.

Dort steht er, behaart und breit
sein Gesicht, das klagt sein Leid.
Das Tier, das für immer nächtelang
schon ging auf Beutefang, und so versteht
was sie verzweifelt lebt.

So pirschen beid’ um sich herum,
und wissen schon beim ersten Ton,
das keiner steigt von seinem Thron.
Das hindert jedoch nicht den töricht’ Fall
der Beut’ bei Nacht im Wodkahall.

Im Morgengrau auf haarig Fell
erlegt ihr Kopf der fromm hier ruht,
ein Augenschlag der Frieden sucht.
Weg, schnell weg! Solang sie kann
Bevor die Beute wird zum Mann.

von HimbeerReis

Großstadtliebe

8. November 2009 - Leave a Response

 

Man lernt sich irgendwo ganz flüchtig kennen

Und gibt sich irgendwann ein Rendezvous.

Ein Irgendwas, — ’s ist nicht genau zu nennen —

Verführt dazu, sich gar nicht mehr zu trennen.

Beim zweiten Himbeereis sagt man sich ›du‹.

 

Man hat sich lieb und ahnt im Grau der Tage

Das Leuchten froher Abendstunden schon.

Man teilt die Alltagssorgen und die Plage,

Man teilt die Freuden der Gehaltszulage,

… Das übrige besorgt das Telephon.

 

Man trifft sich im Gewühl der Großstadtstraßen.

Zu Hause geht es nicht. Man wohnt möbliert.

— Durch das Gewirr von Lärm und Autorasen,

— Vorbei am Klatsch der Tanten und der Basen

Geht man zu zweien still und unberührt.

 

Man küßt sich dann und wann auf stillen Bänken,

— Beziehungsweise auf dem Paddelboot.

Erotik muß auf Sonntag sich beschränken.

… Wer denkt daran, an später noch zu denken?

Man spricht konkret und wird nur selten rot.

 

Man schenkt sich keine Rosen und Narzissen,

Und schickt auch keinen Pagen sich ins Haus.

— Hat man genug von Weekendfahrt und Küssen,

Läßt mans einander durch die Reichspost wissen

Per Stenographenschrift ein Wörtchen: ›aus‹

 

Von Mascha Kaleko

Gescheiterte Skypebeziehung

4. November 2009 - One Response

Kalt tropft der Tropfen auf klitschrig Laub,
Fiel schon hin und mein Po ist ganz taub.
Auch das Herzchen ist schwer wie Blei,
Da hilft selbst kein Frühstücksei.

Es fehlen die warmen Worte,
Die mich einst wärmten am Orte,
Wo sonst nur die Weile herrscht, die Lange.
Mir wird ganz schwer und bange.

So tropft nicht nur der Regen,
Nein auch die Tränen.
Denn der Segen der mich einst wärmte,
Ist fort mit deinem lustgen Wort.

I’m an Alien in myself

31. Oktober 2009 - One Response

Freitag abend 22:30 Uhr

Ich glaube, ich wurde von Aliens entführt.
Vielleicht sollte man den Schokocroissant-Test mit mir machen. Denn wenn du mir jemals ein Schokocroissant anbietest und ich lehne es ab, schieß mir in den Kopf, denn dann trägt mich tatsächlich ein Alien als Kostüm.

Was ist nur los mit mir? Ich baue ein Nest. Richte mir ein Wohnzimmer ein. Mit Kerzen und einem Fernseher!!! Ich habe das Bedürfnis scharfe Messer zu besitzen mit denen ich Fleisch schneiden kann. Ich möchte samstags morgens aufstehen und Brötchen kaufen und ein Frühstücksei essen statt um 9 Uhr nach Hause zu kommen, das erste mal um 14 Uhr aufzustehen, immer noch besoffen mit dem Kopf gegen die ungeöffnete Tür zu knallen und in den Mülleimer im Schlafzimmer zu kotzen, weil ich es nicht mehr auf die Toilette schaffe.

Die ständigen Anstrengungen in der Berliner Unterwelt den Smalltalk der bleichgesichtigen, großpupilligen Ohrsauger zu ertragen, um dann einen davon in meine Gruft zu schleppen und für einige Minuten vorzutäuschen er wäre mein Graf Darcula…find ich bei näherer Betrachtung nicht wirklich erstrebenswert.

Das ständige Suchen mit unbestimmtem Ziel, das Erwachen mit dem manifestieren Wissen „das ist es nicht“, das verzweifelte Wiederholen dämlicher Mißtaten bis zur emotionalen Verdummung geht mir gehörig auf den Keks.

OH, gerade rief eine Freundin an und meinte sie holt mich ab. Party mit Gästeliste und Freigetränken.
Ich muss weg!

Tweet, tweet, tweeeet.

23. Oktober 2009 - One Response

Ich lach mich seit 2h halbtot über die Tweets von meinem Favorite Twitterer Frank93! Hier ein paar für euch:

1.) der letzte macht’s mit sich aus.

2.) ernüchterung macht mich breit.

3.) ein satz: heiße ohren. ein sehr kurzer zwar, aber ein satz.

4.) zu den zugezogenen in dieser stadt gehören meine vorhänge.

5.) das phantom, der opa.

6.) altersheim „zum abstellgreis“.

7.) ein königreich für ein königreich.

8.) nicht lang fackeln im sturm

9.) mir läuft trotz aus der nase.

10.) das light der welt lastet auf meinen schultern.

11.) laugh will tear me apart.

12.) ich war nie ein kind von trauringkeit.

13) das date, das mich gestern versetzt hat, hat wahrscheinlich auch den „entspannt 50 minuten nicht kommen“-spam bekommen.

:)